Wie ich mit Blindschrift umgehe

Blindtext versus Blindenschrift

Dieser Text fehlt eigentlich noch. Bitte nur weiterlesen wenn es unbedingt nötig sein sollte. Das hier ist ein Blindtext. Was das ist? Blindtext heißt wohl so, weil man nichts sieht. Denke mal, dass man es auch so interpretieren kann, dass wenn man auf diesen Text sieht oder ihn lesen tut, wie es so schön auf Neudeutsch heißt, man eigentlich nichts sieht. Weil er eben blind ist. Wobei die Blindheit eher eine Art innere Blindheit ist. Denn der Text hier ist ja vorhanden. Woher ich das weiß? Ganz einfach: Du liest ihn gerade. Aber Vorsicht. Je länger Du da lesen tust, umso blöder kannst Du Dir dabei vorkommen, weil letztlich wird das alles keinen Sinn machen. Natürlich kannst Du es auch lesen, weil Blindtext Dich amüsiert und Du hinter den Gedanken von blindem Text kommen möchtest. Jedoch kann ich Dir versichern, das wird nicht besser, noch tiefer, noch lustiger.

Wir lernen alle

Jedoch kann ich Dir etwas versprechen, wenn Du bis ans Ende gelesen hast, wirst Du nie wieder einen Blindtext lesen müssen, dann weißt Du nämlich alles, was es zu blindem Text zu sagen gibt. Natürlich erhebe ich nicht den Anspruch den allumfassenden Blindtext geschrieben zu haben, aber trotzdem kann ich mit Sicherheit sagen, viel kommt da nicht mehr dazu. So wie es aussieht, bist Du auch noch mit dabei, das ist natürlich eine Freude für mich, der sich diesen Text aus den Fingern gesaugt hat, sorry natürlich nicht aus den Fingern sondern vom blinden Auge abgeschaut. Das ist natürlich auch nicht ganz richtig, da ein blindes Auge ja gar nichts mehr sieht. Also ist es eher so eine Art inneres blindes Auge.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Nun damit betreten wir eindeutig das Gebiet der Blindtextwissenschaft. Diese setzt sich seit dem Bestehen der Schrift auch mit blindem Text auseinander. An dieser Stelle muss jedoch als erstes, auf dem wissenschaftlichen Parkett angekommen, eine Differenzierung vorgenommen werden. Denn es gibt eine Verwandte, eine Schwester des Blindtextes, die aber auch gar nichts mit ihrem Bruder zu tun haben möchte und es auch nicht kann. Das ist die Blindenschrift. Sie fällt eindeutig unter die haptischen Schriften und entzieht sich sogar dem gewöhnlichen Lesen.

Nun, damit wird auch klar, dass eine Comparatio auf Niveau nicht möglich ist. Werden jedoch die zugrunde liegenden parametrischen Phrasen extrahiert, erhält man dasselbe Substrat, ähnlich einer DNA. Dies erklärt eine Affinität, die jenseits von haptischem Empfinden sich bemüht mit angestrengtem Auge die sogenannten Common- Verhältnisse zu klären.

Ein wesentlicher Bestandteil der Blindenschrift ist, dass diese nur von einer Minderheit erkannt werden kann. Entgegen dem Blindtext, der von allen gelesen werden kann, jedoch aber nicht gelesen werden sollte. Warum, das habe ich bereits weiter oben ausgeführt. Wer bis zu diesem Punkt vorgestoßen ist, hat sicher schon einen Verdummungsgrad von mehreren hundert PICOS (Hilfsschema der Evidenz-Basierten-Berechnung) über sich ergehen lassen. Aber kommen wir nochmals zurück zu den Wurzeln des Blindtextes und damit wird auch der ganze Sinn dieses Textes ersichtlich. Damit schließt sich der Kreis wieder und man kann sagen, dass man so schlau wie am Anfang des Textes war.

Am Anfang war …

In den Anfängen der Werbung gab es übrigens viele Arten dieser Texte und sie waren sehr beliebt. Was auch erklärt, warum Werbetexter oft etwas zurück geblieben sind, bleiben sie doch meist innerhalb der Parameter solch eines Textes gefangen, kommen sie immer wieder zum selben Punkt zurück und fangen letztendlich immer wieder von vorne an. Arme Menschen.

Am Anfang war der Text sagte schon die Bibel und so muss etwas, was noch keinen Text hat, mit irgendetwas gefüllt werden. Nun was bleibt da anderes übrig, als irgendetwas Sinnloses niederzuschreiben, um optisch, jedoch nicht haptisch oder gar sinnergebend einen Eindruck vom beschriebenen Blatt zu erzeugen. Dies taten die Texter mit solch einem großen Erfolg, dass daraus beinahe eine Gattung entstand. Die der blinden Texter. Jedoch hatte die Lobby der Blindenschrift-Texter den erforderlichen Test abgelehnt und obwohl es hinreichend geklärt ist, wurde so entschieden, dass der Bereich der Gattung den blinden Textern zugehörig ist. Nun blieb nichts anderes übrig als eine Untergrundbewegung zu gründen, die sich dem Blindtext verschwor und auf Gedeih und Verderb den Sehenden auszuliefern hat. Im Untergrund jedoch lebte der Blindtext neu auf und wurde zu einer Domäne der Texter, jener textverlorenen und unschreibbar unsäglich abgetippten Bleiwüsten, die niemanden mehr interessieren.

Und was soll das?

Bleibt noch der traurige Umstand anzuführen, dass in dieser Bleiwüste unzählige Gräber von ehemals gefragten Textern gegraben wurden und im Sturm des Wüstensandes für immer verborgen sind. Ein sicheres Zeichen, dass jemand in dieser Bleiwüste verschwunden ist, ist der Umstand, dass derjenige solche sinnlosen Texte zuerst mal gelesen hatte. Und da gibt es auch eine Grenze. Hat die jemand überschritten, gibt es kein Zurück. Es bleibt nur noch der Wüstensand. Diese Grenze hast Du dem Text hochzugeneigter Leser, so kann ich mit Recht an dieser Stelle sagen, schon weit hinter Dir gelassen. Es bleibt Dir nur noch eines, geh an den Anfang zurück und erkenne die Sinnlosigkeit dieses Textes. Bereits in den ersten Zeilen schilderte ich die Grundzüge des Blindtextes. Falls Du dann nochmal an diese Stelle kommst, ist es zu spät.

Eine geruhsame Ewigkeit wünsche ich.

 

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