Was tun, wenn Sie ständig von neuen Infos überholt werden?

Führungskräfte Dilemma – Nr. 1

Neu-Sep-15Haben Sie den Eindruck, bei einem Projekt, einer Situation oder auch in einer Beziehung ständig unter den Druck der Unerfüllbarkeit zu kommen? Haben Sie einen kleinen Teil der Aufgabe erledigt, stehen dafür schon 3 weitere an.

Dabei sind Sie nicht einmal dem Perfektionismus verfallen, Sie möchten einfach die Projekte zu Ende bringen. Doch diese scheinen immer mehr endlos zu werden. Es ist wie bei dem Hase und dem Igel. Am Ende steht das Projekt immer noch als unfertig da und Sie sind gezwungen, die Prozesse zu verkürzen oder gutwillig abzuschließen.

Das ist aber noch nicht alles. Haben Sie dann ein Projekt zum Abschluss gebracht, treffen neue Informationen ein, die eigentlich „hätten“ ganz dringend im Projekt berücksichtig werden müssen.

Inzwischen erleben sehr viele Führungskräfte dieses Dilemma einer dauernden Herausforderung der Unerfüllbarkeit. Wie geht man damit um? Kann man da was ändern?

 

Der Dilemma Zirkel

StressmanVor kurzem sprach ich mit einem Bauleiter einer großen Baugesellschaft. Er hat die Aufgabe, die diversen Projekte der Baugesellschaft umzusetzen. Eine Aussage war besonders herausragend: „Mir macht die Arbeit keinen Spaß mehr! Ich muss Dinge anfangen, von denen ich von vornherein weiß, dass ich sie so nicht zu Ende bringen kann wie ich es möchte. Kein Projekt ist mehr eine abgeschlossene Aufgabe, an der ich am Ende ein befriedigendes Ergebnis vor mir habe.“

Etwas nachdenklich fügte er hinzu:

„Es ist wie verhext, wo soll das noch hingehen, wenn ich nicht wüsste, dass das fast überall so ist, würde ich den Beruf wechseln“.

Das Dilemma scheint tatsächlich so, als wenn eine höhere Macht die meisten Prozesse von Führungskräften zu beeinflussen droht. Dem ist aber nicht so, das kann ich Ihnen versichern. Wir haben es hier mit ganz bestimmten Parametern der heutigen gesellschaftlichen Veränderungen zu tun.

Niemand ist davon ausgenommen und die meisten versuchen noch sich einzureden „man muss es nehmen wie es kommt“, nur das dieser Grundsatz zwar Wahrheit enthält aber meistens auf falscher Grundlage umgesetzt wird. Dazu kommen wir noch. Sprechen wir doch zuerst einmal über die Ursachen und ich bitte Sie, die Ausführungen nicht sofort in eine bestimmte Schublade abzulegen, sondern bis zum Ende zu lesen. Auch diejenigen, die sich mit dem Thema beschäftigen und die Schlagworte auswendig nacherzählen können, sollten hier noch einmal ganz neu hinhören.

 

Eine Vernetzung potenziert auch die Verarbeitung

Wir alle sind heute in einem Maße vernetzt, wie es das in der Geschichte zuvor noch nie gegeben hat. Erkenntnisse, die an einem Ende der Welt in einem Labor gemacht werden sind innerhalb von 5 Minuten in 50 anderen Labors rund um die Welt verfügbar. Hier laufen die sogenannten „Makers“ aus den Makerlabs, in denen der 3D Druck entwickelt wird, fast allen Branchen den Rang an Geschwindigkeit ab. Dies hat mit dem Verzicht auf Patente, dem für alle offenen Quellcode und der gewollten schnellsten Vernetzung zu tun. Doch hier ist man auf einer Insel, und die gewollte Geschwindigkeit ist bei den meisten sogar Passion.

In den meisten anderen Prozessen in der Wirtschaft stehen jedoch andere Parameter im Vordergrund. Das Problem ist nur, die Informationen treffen genauso schnell ein wie bei den Makerlabs.

 

Es gibt immer – noch viel wichtigere Informationen!

Jeden Tag werden die Informationen nicht nur mehr, sondern auch relevanter. Immer schwieriger wird es Relevantes von Unwichtigem zu trennen. Sekretärinnen die halbwegs mitdenken (A-Mitarbeiter) tun sich schwer, das für Ihren Boss zu entscheiden und kommen deshalb in persönliche Krisen. Die Informationsflut ist zu einem Informationsdschungel geworden und in vielen Fällen versuchen wir uns streng mit der Machete in der Hand, an bestimmte Selektionsvorgaben zu halten. Doch was passiert, wenn die Machete nicht mehr scharf genug ist, den Dschungel zu durchschlagen? Was ist, wenn man sich ein paar Meter durchgeschlagen hat und man erkennt, dass sich hinter einem der Dschungel wieder verschließt? Was, wenn man am Ende da durchkam und bemerkt, man hat was auf der anderen Seite vergessen? Was, wenn man sich durchgeschlagen hat und am Ende bemerkt, das war nur der Anfang des Dschungels?

Sie denken diese Fragen sind theoretisch? In hunderten von Gesprächen mit Führungskräften kommen aber genau diese Fragestellungen in der einen oder anderen Form oder in anderen Worten.

 

Dschungel-Camp

Bleiben wir einmal bei der Metapher des Dschungels. Was ist das erste Kennzeichen eines Dschungels? Er ist stärker als jeder einzelne Mensch. Menschen können sich zusammentun und mit Bagger und Raupen Teile eines Dschungels platt machen, aber kaum überlassen sie dieses gerodete Stück Land sich selbst, wird der Dschungel es gnadenlos zurückerobern. Der Mensch hat als Einzelner nicht die Kraft oder Kapazität einen Dschungel zurückzuhalten. Übertragen auf die Informationsdschungel bedeutet dies, die Dichte und Geschwindigkeit an Informationen hat die Grenze der Kapazität und Verarbeitungskraft eines Menschen längst überschritten. Selbst das Selektieren kann nicht mehr helfen, denn die Dichte an relevanten Informationen ist einfach zu groß.

Diese vehemente, vor allem technologisch vorangetriebene Vernetzung über alle Medien hat längst die Gesellschaft nicht nur geprägt, sondern in ein Dilemma geführt. Wir alle haben da ein Stück Mitverantwortung, denn wir handeln alle trotz allem Wissen über Gemeinwesen und Beziehungsparameter oftmals doch wie jemand auf einer Insel.

Leider muss ich Sie enttäuschen, es gibt keine Lösung, ansonsten müssten wir alle Netzwerke der Welt abschalten. Die propagierten Lösungen von „Big Data“ alle Informationen in einer Datenbank zu migrieren und immer komplexere Abfragesysteme zu entwickeln, halte ich an sich schon für eine Überforderung für die meisten Organisationen. Es bleiben am Ende doch immer einige „systemrelevante wichtige“ Fragen offen, wie gut ein Projekt auch durchstrukturiert war und umgesetzt wurde. Big Date konnte das bisher nicht lösen und wird es auch nicht. Welche Lösungen biete ich Ihnen also an? Als Erstes sollten Sie für sich beherzigen:

 

  1. Sie können das Dilemma nicht lösen!

Trotz aller Forderungen sind Sie ein Mensch, zwar von der Spezies „Führungskraft“, aber dennoch ein Mensch. Treffen Sie innerlich, in Ihrem Kämmerlein oder auch lauthals die Entscheidung. „Ich bin nicht derjenige, der das Dilemma auflösen kann“ .

 

  1. Ein Dschungel bleibt ein Dschungel!

Die Macht eines Dschungels ist es zu wachsen und einzunehmen. Stemmen Sie sich nicht mehr dagegen! Versuchen Sie nicht bis zum letzten Meter selbst die Informationen zu sammeln. Delegieren Sie mehr. Lassen Sie es zu, dass Sie niemals alle Informationen haben werden um bei diesem Projekt die Nummer eins zu werden. Beherzigen Sie die 80:20 Regel, zum Beispiel so:

Sie benötigen nur 20% an Informationen um 80% der Ergebnisse zu erhalten. Jeder weitere Prozentpunkt an Information bringt Sie nur 0,10 % weiter.

  1. Exzellent statt Perfektionismus

Exzellenz steht dafür, das Beste zu geben, was in unserem Vermögen als Mensch liegt. Das heißt nicht perfekt zu sein. Perfektion ist der Feind der Exzellenz, wussten Sie das? Perfektionismus misst sich an einem Ideal. Exzellenz misst sich an der Wirklichkeit.

  

  1. Bleiben Sie da wo Sie sind – das Wort des Tages

Wir alle haben schon vom „Hier und Jetzt“ gehört. Zu oft abgedroschen, von Esoterik belegt und zu platt. Stopp, schon die Bibel sagte da vor 2000 Jahren etwas darüber, ganz zu schweigen von den vielen Quellen der weisesten Männer aus allen Kontinenten.

Viele von denen waren hart arbeitende Pragmatiker, Feldherrn und großartige Unternehmer. Sie alle stimmen überein, Sorgen sind die Triebfeder für Ängste und kosten uns Selbstsicherheit und Durchsetzungskraft. Sorgen schauen nach dem Gestern und nach dem Morgen.

Selbsterkenntniskurse haben Hochkonjunktur, doch sie werden in drei Tagen mit schamanistischen Riten nicht so viel über sich selbst erfahren, wie in einem Augenblick, in dem Sie ganz bei sich, in eben diesem „Hier und Jetzt“, sich selbst erleben. Entdecken Sie ganz neu, wie Sie sich bewegen, verhalten und vor allem wie Sie denken. Der Ausgangspunkt des Dschungel-Überlebens sind Ihre Gedanken. Der Talmud sagt:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

 

  1. Beinahe 99% aller Plagen überstehen nur den Bruchteil eines Tages

Denken Sie an den Spruch Ihrer Oma: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“. Wenn Katastrophenmeldungen herein kommen, gibt es zwei Möglichkeiten. Sie glauben der Ihnen zugetragenen Wirklichkeit, so zu bleiben, alles zu übernehmen und Ihre Welt in ein Chaos zu verwandeln. Oder Sie hören sich diese Wirklichkeit an, mit dem Wissen, dass in der Darstellung bereits Übertreibung, Schönfärberei, Verantwortungsverschiebung und Chaosansprüche sich breit gemacht haben. Der beste Lösungsansatz ist dann, diese Situation in kleine Einheiten zu zerbrechen. Jede kleine Problemeinheit nun mit Ihrer Sicht der Wirklichkeit zu vergleichen und die Lösungen bestehen nun aus einzelnen kleinen Fleißschritten, die einfach jemand erledigen muss. Halten Sie sich mit dieser Vorgehensweise gewappnet. Nur 1% aller Plagen schafft es überhaupt einen Tag zu überstehen.

 

  1. Lernen Sie zuhören

Sie denken, Sie können zuhören? Sorry, niemand kann zuhören. Wir alle können nur einen Bruchteil der Wirklichkeit von anderen erahnen. Zuhören ist also nicht gleich zuhören. Natürlich haben vor allem Führungskräfte gelernt, sich beim Zuhören bestimmter Mechanismen zu bedienen. Was sind die Schlüsselwörter meines Gegenübers? Welches der Schlüsselwörter ist der Ansatz einzugreifen um die Situation an sich zu reißen? Wie kann ich am schnellsten die Situation unter Kontrolle bringen?

Zuhören ist aber etwas ganz anderes. Aus dem Krisencoaching wissen wir, dass jeder Mensch bei seinen Botschaften auf mehreren Ebenen Informationen übermittelt. Dabei spielen jedoch allein diejenigen Informationen eine Rolle, welche über die „verborgenen Motive und Haltungen dahinter“ informieren, sie werden die Situationen entscheiden, egal wie scheinbar gut gelaunt alle aus der Besprechung hinausgehen. Wir hören meist ganz didaktisch die Botschaft selbst und bewerten dann nach dem Inhalt die Dringlichkeit und den Handlungsrahmen. Doch die Motive und Haltungen die „immer dahinter verborgen liegen“ haben eine viel größere Macht und Einfluss als angenommen und beeinträchtigen in großem Maße den Unternehmensalltag vieler Organisationen. In 2 von 5 Krisengesprächen gibt es verborgene Motive. Vergessen Sie die 3 anderen, lernen Sie zuhören und hinterfragen Sie zum Beispiel mit zirkulären Fragetechniken die Motive und Haltungen.

 

  1. Lernen Sie wieder zu feiern

Wer viel arbeitet soll auch viel feiern, auch darin sind sich alle großen Geister einig. Es beugt Herzinfarkt und Abteilungs-Stress vor. Dabei geht es jedoch nicht um das Feiern im Sinne großer Feste und Trinkgelage, wie das zu Zeiten Roms üblich war. Es geht darum, Erfolge gebührend zu beachten und anzusprechen. Wann haben Sie zuletzt einem Untergebenen eine gute Arbeit attestiert, ein Lob ausgesprochen oder ein Lob-Meeting abgehalten. Richtig ein Lob-Meeting. Wie das geht, erzähle ich Ihnen persönlich gerne, wenn Sie mich kontaktieren. Aber an dieser Stelle geht es nicht darum, bei den Untergebenen gute Stimmung zu machen. Es geht um Sie! Wer viel Lob verschenkt erlebt, dass vor allem er selber dadurch seine eigene Seele stärkt. In vielfältigster Form hat das Anerkennen und Loben einen Einfluss auf unser limbisches System. Die Forscher sind sich einig: Wer viel lobt, lebt länger, stärker und gesünder.

 

  1. Schaffen Sie sich einen Coach an

Wann hören Sie zum Beispiel auf, vieles zu generalisieren? Diese Falle schlägt jeden Tag dutzende Male zu. Nichts ist wie es scheint und muss so hingenommen werden. „Es ist halt so“, „Da kann ich nichts machen“, „Wir haben doch schon alles probiert“, „Das funktioniert bei uns nicht“. Das alles sind Generalaussagen, die in eine Sackgasse führen. Und auch das ist eine Generalisierung: „Lösungen die ich akzeptiere müssen schnell und kompakt sein“.

Vor kurzem sah ich einen Comic auf dem Portal des „Bundesverbandes Coaching“. Darin saß eine Führungskraft dem Coach gegenüber.

Die Führungskraft: „Ich wünsche mir von Ihnen als Coach Hilfe … gegen Arbeitsverdichtung und Beschleunigung … aber … aber ganz schnell und komprimiert“.

 Der Coach kam dabei nicht zum Sprechen, denn er ist ja ein Zuhörer, was auch so gut ist. Seit vierzig Jahren beobachte, coache, trainiere und begutachte ich. Immer human-orientiert, immer genau hinhörend, auch systemisch* denkend, organisationstherapeutisch* und immer mit dem Blick für das große Ganze, die Profession* des Einzelnen in einer Organisation.

Menschen sind immer in einer Profession und dabei vielen Umgebungsvariablen* ausgesetzt. Sie werden das Exzellente nur tun können, wenn sie wissen, was sie da tun und wie sie mehr aus jeder Variablen in ihrer Umgebung gewinnen können.

Rufen Sie mich an, wenn Sie die Einsicht haben, dass Exzellenz das Beste ist, was wir erreichen können, ob Sie mitten in einem schwierigen Prozess, am Ende einer Odyssee oder am Anfang eines Projektes stehen. Je früher desto besser.

Eine gemeinsam festgelegte Zeit begleite ich Sie und verwirkliche mit Ihnen zusammen eine exzellente Version Ihrer selbst und Ihrer Profession. Ihre Organisationsentwicklung und Ihre Beziehungen werden davon betroffen sein und auch Ihr Erfolgs-Quotient in Karriere und Unternehmen.

Ob Sie diskret einen Sparring-Partner* möchten, Coaching für Mitarbeiter*, Professions-Profile* erstellen, ein Training von Gruppen* oder eine Analyse* von Unternehmens-Prozessen benötigen, lassen Sie uns das in einem persönlichen Gespräch erörtern.

Wir sind im letzten Jahr mehr als 50.000 Kilometer für unsere Kunden unterwegs gewesen. Als Coach, Trainer und Fachmann auch für unternehmerische und persönliche Fragen stehe ich Ihnen nicht nur zu gewöhnlichen Geschäftszeiten zur Verfügung.

Schreiben Sie mir, rufen Sie mich an, Exzellenz ist nur einen Klick von Ihnen weg.

 

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